16.7.06

Dschihad

“Dschihad” (Gedicht Anfang 20 Jahrh., Verfasser unbekannt)

So heisst das Wort das Jahrhunderte schlief
Bei uralten Märchen und Sagen
So heisst das Wort, dass der Sultan rief
In diesen gewaltigen Tagen

Und kaum dass es seinem Munde entflohn
Da wuchsen ihm mächtige Flügel
Und rauschend von des Kalifen Thron
Flog es über Täler und Hügel

Von Istanbul bis Nordafrika
Und bis zu den Ufern des Ganges
Erdröhnte das „Dschihad“ des Padischa
Das Wort voll heiligen Klanges

Vom Euphrat und Tigris rief es herbei
Die Anhänger des Propheten
Vom Kaukasus kamen mit Allah-Geschrei
Die Kurden, Turkmenen mit Gebeten

Millionen nahten begeistrungsvoll
Dem Dschihad des Sultan zu dienen
Das Heer der Gläubigen schwoll und schwoll
Von Stämmen der Beduinen

Was nützt nun Russland der weiße Zar
Was englischen Golde sein Werben
Der Türken Dschihad, der deutsche Aar,
Bedeutet der Feinde Verderben.

Hie Kaiser Wilhelm, dort Padischa
Mit Gott ist der Eine im Bunde,
Der andere mit Allah! Was beiden geschah,
Erfüllt uns mit Dank bis zur Stunde:

Es stünden im Dschihad, im heiligen Krieg,
Hinrauschend auf ruhmvollen Bahnen
Ein einziges Wort nur und das heisst: Sieg!
Die deutschen und türkischen Fahnen.
 

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