12.12.06

Zitat von G. R. Puin

In vielen islamischen Gesellschaften darf Korankritik öffentlich nicht verbreitet werden. Aber interessanterweise war dies nicht immer so. Im 16. Jahrhundert verfasste der Ägypter As Sujuti zum Beispiel ein Buch über den Koran, worin er in einem berühmt gewordenen Kapitel allein 25 Sprachen aufzählt, die ihre Spuren im Koran hinterlassen haben sollen. Und er ist voller Stolz, wenn er auch noch ein Bantuwort, ein griechisches oder lateinisches Wort herleiten kann. Man kann annehmen, dass wenn in seinem Gesichtsfeld 100 Sprachen gewesen wären, er diese auch im Koran entdeckt hätte. Für ihn waren diese Spuren ein Beleg für die universelle Botschaft des Koran. Wenn man dagegen heute öffentlich äußert, dass es griechische und lateinische Wörter im Koran gibt, reagieren viele Muslime mit völligem Unverständnis. Für sie ist der Koran ein eindeutig arabischer Koran, in dem Sinne, wie der Koran von sich selbst behauptet, dass er in eindeutig arabischer Sprache verfasst ist.

Zitiert aus: Streit um den Koran, Christroph Burgmer (Hg.), Verlag Hans Schiler, S. 59
 

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