23.2.07

Hatifnatten

Die Hatifnatten, die schweigenden, die nie schlafen und nichts hören, die immer nur suchen – den Horizont und das große elektrische Gewitter, das ihnen hilft, wirklich lebendig zu werden…
Tove Jansson, Herbst im Mumintal, S.8
Hatifnatten: in manchen deutschen Übersetzungen auch »Hattifnatten« (mit zwei t); massenhaft auftretende Spezies mit nomadischer Lebensweise. Die Individuen gleichen kleinen Gespenstern oder weißen Morcheln, mit flossenartigen Händen (?) direkt an den Seiten des Körpers; zum Fußende hin wird ihre Gestalt immer undeutlicher. Ihre Augen sind stets auf den Horizont gerichtet und nehmen die Farbe des Himmels an. Hör- und Geruchssinn fehlen ebenso wie eine Stimme. Untereinander verständigen sie sich anscheinend allein im Einvernehmen, das ihnen durch ihre Natur vorgegeben ist. [Es] wird berichtet, dass sie aus »Saat« entsprießen; da sie aber eindeutig keine Pflanzen sind, könnte es sich dabei eher um Eier oder Larven handeln. Sie sind in Gruppen von stets ungerader Zahl unterwegs, um sich bei schweren Gewittern zu versammeln, deren elektrische Ladung ihnen das Gefühl größerer Lebendigkeit vermittelt. Sie sind auch in der Lage, kleine Boote zu steuern. In diesen nehmen sie hin und wieder auch Fahrgäste mit (wie z. B. Teile der Muminfamilie […]), freilich ohne sich weiter um diese zu kümmern.
Muministisches Lexikon (Zepe.de)
 

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