1.11.07

Die Faust-Serie: Zueignung

Das lyrische Scheichtum
entfaltet sich in dem
symbolischen Universum,
wie ein riesiger Slum
umgeben von
Bergen aus Müll;
auf jenen Halden
gewahre ich nun
schwankende Gestalten,
herannahend aus dem
Nebel der Gedanken;
[1]
Entbehrungen des Wegs
auf dem sie zu mir gelangten,
zeichnen ihre Erscheinung;
in zerschlissener Kleidung
bringen sie neue Kunde
von alter, verklungener Sage;
[2]
Sehnsucht in meinem Herz,
die ich lange bewahrte
bricht als ein Schmerz
hervor aus einer Narbe,
die auch bis zuletzt
nicht richtig verheilte;
diese Welt wird zerfetzt
durch den Klang der Äolsharfe;
[3]
die Melodie, welche jetzt
todbringend erklingt,
ist mein neues Projekt,
wenn es gelingt,
wird dadurch direkt
die Zukunft bestimmt,
in dem das Konzept
Traditionen aufnimmt
und einzigartig vernetzt,
entsteht ein neuer Sinn,
verborgen im Text,
den man nur durchdringt,
so man der Allmacht Gottes
eingedenk zu lesen beginnt!



[1] Ihr naht euch wieder, schwankende Gestalten,
die früh sich einst dem trüben Blick gezeigt.
Versuch ich wohl euch diesmal festzuhalten?
Fühl ich mein Herz noch jenem Wahn geneigt?
Ihr drängt euch zu! Nun gut, so mögt ihr walten,
Wie ihr aus Dunst und Nebel um mich steigt…

[2]
Gleich einer alten, halbverklungenen Sage
Kommt erst Lieb’ und Freundschaft mit herauf;
Der Schmerz wird neu, es wiederholt die Klage…

[3]
Es schwebet nun in unbestimmten Tönen
Mein lispelnd Lied, der Äolsharfe gleich…

 

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