22.4.09

Massaker an Pilgern

Ewlyia Celebi berichtet über ein Massaker an Pilgern in der Heiligen Moschee von Mekka durch Beduinen:

„In den Jahren 1670-71, also ein Jahr vor meinem Besuch, war Hasan Pascha [dem ehemaligen] Majordomus von Ahmed Pascha „der Spinne“ die Würde eines Paschas von Jiddah verliehen worden. Es war seine Aufgabe, für die Reparatur der heiligen Orte zu sorgen sowie Geld einzuziehen, das für die Pensionen und Gaben an Scherifen und Bewohner der heiligen Städte sowie für [andere] Ausgaben benötigt wurde. Auch war er für die gute Ordnung in den heiligen Städten verantwortlich. Nun war es aber Gottes Fügung, dass [der Pascha] das Gehabe der Scherifen nicht ertragen konnte, so dass es einen Konflikt ergab. In jenen unheilvollen Jahr kam es zu einiger Verwirrung, als die Muslime beim Umkreisen der Kaaba waren, [so dass] die Pilger [zu ihrer eigenen Sicherheit] die Tore der Großen Moschee verschlossen. So saßen sie gefangen, nackt und im Pilgergewand, [wie sie eben waren]. Da sandte Hasan Pascha sofort zehn Fähnlein bewaffneter Leute durch das Tor des Umar; diese stiegen auf die Große Moschee und hielten Wache. Aber die Herren Scherifen hatten viele Tausend Banditen ausgeschickt, die mit Musketen bewaffnet waren. Von der Höhe des Abu Kubays sowie von den 18 Galerien der sieben Minarette und den umliegenden theologischen Schulen schossen [diese] auf die muslimischen Pilger. Aus dem Volke, das Muhammad ganz besonders nahestand [den Gläubigen], lagen in dem Areal der Großen Moschee 700 Verletze und 200 Tote.“

Aus: Faroqhi, Suraiya 1990: Herrscher über Mekka. Die Geschichte der Pilgerfahrt. München/Zürich: Artemis Verlag. S. 198f
 

kostenloser Counter