13.5.09

Diwanisches Exil

„Gott, der Eisen wachsen ließ“
und zu Weisen mich anhieß,
kundzutun das Paradies
in Versen; doch das Verlies
auf Erden noch mir den Sieg
unerreichbar macht im Krieg,
dessen letzte Schlacht Abschied
bedeutet von meinem Lied
der Vernichtung, die ich rief
durch die Dichtung, die mich tief
umformte bis zum Hanif;
jeder Gedanke Kalif;
Jeder Atemzug Wazir;
die Menschheit zerfetzt in mir;
Armageddon jetzt und hier;
das Panorama ist schier
unermesslich; weiß ich viel;
unvergesslich – nur ich fiel;
alles endlich – nur mein Stil,
gespeist aus Euphrat und Nil,
bleibt in Raum und Zeit stabil;
das diwanische Exil
aus dem Wahnsinn zu einem
synkretistischen Profil!
 

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