8.7.09

Mekkanische Vernichtungen: Auftakt


Lasst uns das Brot nun gemeinsam brechen!
Alle gegenseitigen Verbrechen
seien darob vergeben, vergessen,
weihen wir doch Gott dieses Festessen;
an seiner Tafel: Freunde und Feinde;
hehre synkretistische Gemeinde!
Zuerst verneine, so dann bejahe;
gleich der Shahada, das La Ilaha
danach Illa llah; was einst Rinnsal war,
ward zu einem Strom; karg wie Kandahar
so endete Rom; Opfer am Altar
im lyrischen Dom; „der syrischen Art“ [1]
aus der Gegenwart einer Bergfestung,
die das Tal beherrscht, zu der Versenkung
eines Bergklosters, sei mein „Hal“, so dass
ich wie letzteres im wahnhaften Hass
etwas besseres hervorbringen kann;
bis zum letzten Mann auf Wink meiner Hand;
die „Armeen im Sand“ von John Sabini; [2]
Sulayman Hilmi reiste in Armut [3]
lehrte die Anmut der Religion
Analphabeten seiner Region
und heute beten die V.I.K.Z. [4]
gleichsam im KZ; Gedankeninzest;
Garanten im Test; wahrlich im Verlust
wenn auch unbewusst; Krieg bedeutet Flucht
Sieg bedeutet Sucht; Wer bringt mir den Kopf,
abgetrennt vom Rumpf mit scharfer Klinge
im ewigen Kampf, des Herrn der Ringe?
Des Herrn der Dinge erzeugte Wirren,
darin sie irren: Menschen wie Tiere;
ich insistiere: in mir ist Allmacht!
Kontemplatiere sie in der Andacht
wie als Widerhall dieser Welt im All
was einst war Wallhall, wurde zum Mahmal [5]
und ist nun der Geist, nicht „der stets verneint“ [6]
sondern mich anheißt, dass nunmehr vereint:
das Diesseits – es gleißt, das Jenseits – es scheint
in den Versen des Reichs – des Ghettos, des Scheichs!



[1] Anspielung auf den „mystischen Zustand des syrischen Typs“ in den Erklärungen zu Tarjuman al Aschwaq von Ibn Arabi. Vgl Alma Giese (Hrsg.) „Urwolke und Welt“, C.H. Beck Verlag 2002, S. 247.
[2] John Sabini, „Armies in the Sand: The Struggle for Mecca and Medina” Thames and Hudson 1981.
[3] Süleyman Hilmi Tunahan (* 1888 im Dorf Ferhatlar im damals osmanischen Regierungsbezirk Silistre - heute Delchevo im Bezirk Razgrad in Bulgarien; gest. 16 September 1959 in Üsküdar, Istanbul) war ein bedeutender islamischer Gelehrter des 20. Jahrhunderts. Auf seine Lehren berufen sich in Deutschland insbesondere die im Verband der islamischen Kulturzentren zusammengeschlossenen Moscheegemeinden.(Wikipedia)
[4] Verband der Islamischen Kulturzentren, Süleymancis
[5] Vgl. zum Mahmal in diesem Blog den ausführlichen Eintrag unter der Kategorie Hajj Recherche Projekt.
[6] Mephistos Ausspruch in Faust: „Ich bin der Geist, der stets verneint! Und das mit Recht, denn alles, was entsteht, ist wert, daß es zugrunde geht; Drum besser wär's, daß nichts entstünde. So ist denn alles, was ihr Sünde, Zerstörung, kurz, das Böse nennt, mein eigentliches Element.“

 

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